Forschung zu Gartenarchitekt
Gustav Allinger (1891–1974)

am Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung, Universität der Künste Berlin

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG, Bonn

Erarbeitung eines kommentierten Findbuches zum schriftlichen und planerischen Nachlass des Gartenarchitekten Gustav Allinger
(2009–2012)

Monografie zu Leben und Werk des Gartenarchitekten Gustav Allinger (1891–1974)
(seit 2013)

Der Landschaftsarchitekt Gustav Allinger (1891–1974) gilt als bedeutender, aber umstrittener Vertreter seiner Profession des 20. Jahrhunderts. Er arbeitete als Gartenarchitekt in den Zwanzigerjahren, war 1933 maßgeblich an der Gleichschaltung der berufsständischen Gruppierungen beteiligt und wirkte als sogenannter Landschaftsanwalt unter der Regie der Nationalsozialisten. Nach 1945 konnte er seine berufliche Laufbahn ohne Unterbrechung fortsetzen, unter anderem ab 1952 als neu berufener Professor für Gartenkunst und Landschaftsgestaltung an der TU Berlin.

Gustav Allingers Gesamtwerk kann deshalb grundlegende Erkenntnisse über die Gartenarchitektur und die Freiraumplanung in Deutschland zwischen 1920 und 1970 liefern. An seinem Beispiel kann die Entwicklung der Gartenkunst und des landschaftsarchitektonischen Berufsstandes, die Aufweitung des Berufsfeldes und der Ausbildung, innerhalb von 50 Jahren und unter wechselnden gesellschaftspolitischen Voraussetzungen kritisch nachvollzogen werden.

Sein umfangreicher, zu Beginn des Projekts zum Großteil noch ungeordneter Nachlass befindet sich vorrangig in der Plansammlung des Architekturmuseums sowie im Archiv der TU Berlin. Ziel war es, die Pläne und Photographien, den Schriftverkehr und die Akten fachlich kritisch zu sichten, zu ordnen und in einem kommentierten Findbuch zusammenzufassen.

Eine Besonderheit des Forschungsprojekts ist die von Beginn an geplante und mittlerweile erfolgreich durchgeführte Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, welche sich mit dem Nachlass Gustav Allingers beschäftigen: Das Architekturmuseum der TU Berlin hat im Rahmen eines zeitgleich stattfindenden DFG-Projektes die Digitalisierung des planerischen Nachlasses vorgenommen, das Archiv der TU Berlin hat den schriftlichen und fotografischen Teil übernommen, sachgerecht konserviert und archiviert. Das an der UdK Berlin angesiedelte Forschungsprojekt hat diese Schritte aus fachlicher und inhaltlicher Sicht unterstützt und konnte wiederum auf die geleisteten Vorarbeiten zurückgreifen. Darüber hinaus wurden für das Landesdenkmalamt Berlin parallel die unter Denkmalschutz stehenden Berliner Privatgärten Allingers einer genaueren Untersuchung unterzogen; auch hier entstanden Synergieeffekte für beide Vorhaben.

Nach der Fertigstellung des kommentierten Findbuches wird seit 2013 ein ebenfalls von der DFG unterstütztes Folgeprojekt durchgeführt, mit dem Ziel, das Leben und Werk Gustav Allingers umfassend in einer Monografie vorzustellen.